Funktionsweise des Kellers



Im Winter wurde Eis mit Pferdekarren über die Zierenbergstraße zum Eiskeller gefahren. Über eine Holzrampe wurde das Eis von den Pferdewagen auf der Straße zu der Rutsche am oberen Abschluss der Ostwand des Eislagerkellers befördert. Über diese Rutsche wurde der Raum vollständig mit Eis gefüllt. Das Fußbodenniveau des Eislagerkellers liegt etwa 1,10 Meter über dem der drei Bierlagerkeller. Die natürliche Fließrichtung der kalten Luft wurde bewusst in die Planung des Kellers einbezogen. Sowohl die Bierlagerkeller als auch der Eislagerkeller verfügten in der Mitte des Gewölbescheitels über eine verschließbare Abluftöffnung. Über diese konnte erwärmte Luft aus den Bierlagerkellern entweichen. Durch Verbindungsöffnungen zwischen Eislagerkeller und Bierlagerkellern verteilte sich die Kälte in der Luft und kühlte das Bier.

In den Bierlagerkellern nach oben abziehende warme Luft zog kalte Luft aus dem Eislagerkeller nach sich und sorgte für dauerhafte Kühlung.

In den Trennwänden zwischen den Bierlagerkellern befanden sich in Fußhöhe drei Öffnungen, durch welche die Luft zwischen den Räumen zirkulieren konnte. So hatten alle drei Bierlagerräume in etwa dieselbe Temperatur.

Der Fußbodenaufbau bestand aus einer zur Raummitte und nach Osten hin geneigten Pflasterschicht. Schmelzwasser konnte durch das Pflaster in den Boden eindringen und versickern.

Der An- und Abtransport des Bieres erfolgte zunächst vermutlich mittels Seilwinde im Eingangsbereich der Kelleranlage. Mit dem später hinzugefügten unterirdischen Verbindungsgang zur Brauerei wurde der Transport deutlich vereinfacht. Später wurde dann der Raum, durch den ursprünglich der Transport erfolgte mit einer Decke versehen.

Aus Diplomarbeit Alexander Busse 2000
© 2016 Verein zur Erhaltung des Eiskellers der ehemaligen Victoriabrauerei Hildesheim e.V.
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